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Rettet mich
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Autor: tauchenoli Verfasst am 14. 08. 2013
Rettet mich

Rettet mich! Wie schnell und zuverlässig arbeiten Seenotretter? LN-Reporter Thomas Klatt hat‘s getestet — und sich aus der Ostsee retten lassen. 10.08.2013 23:10 Uhr Nur mit einer Schwimmweste ausgestattet, treibt LN-Reporter Thomas Klatt im Wasser. Rettungskreuzer „Hans Hackmack“ (r.) und Tochterboot „Emmi“ kommen zu Hilfe. Nur mit einer Schwimmweste ausgestattet, treibt LN-Reporter Thomas Klatt im Wasser. Rettungskreuzer „Hans Hackmack“ (r.) und Tochterboot „Emmi“ kommen zu Hilfe. © Foto: Janine Richter Grömitz. Kinder, die im Tretboot abtreiben, Surfer, die ihr Können maßlos überschätzen, Angler, die ohne Not-Ausrüstung auf offener See treiben — Einsätze wie diese sind bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) derzeit an der Tagesordnung. Badewetter und beste Bedingungen für Wassersportler lassen die Zahl der Notrufe nach oben schnellen. Um einen besseren Einblick in die Arbeit der Helfer auf See zu bekommen, ließ sich LN-Mitarbeiter Thomas Klatt nach einem simulierten Seglerunfall aus der Ostsee vor Grömitz retten. Die Seenotretter des Grömitzer Yachthafens (2:05) Für die Übung wird mir ein Trockenanzug angeboten. 22 Grad Wassertemperatur? Ich denke, das geht auch ohne. Eine Entscheidung, die ich noch bereuen werde. Rund 1,5 Kilometer vor dem Grömitzer Yachthafen stülpt mir Holger Specht, 3. Vormann auf dem Rettungskreuzer „Hans Hackmack“, die Rettungsweste über den Kopf. Der Hüne mit Armen wie meine Oberschenkel zieht die Fixiergurte über der Weste ruckartig an. Ein pfeifendes Geräusch entweicht meiner Lunge. „Muss stramm sitzen“, sagt er. Tut sie. „Na dann mal rein“, kommt die Aufforderung. Rettet mich! Holger Specht und seine drei Kollegen sind ein eingespieltes Team. Für sie ist es wichtig, im Seenotfall zunächst die in Not befindliche Person oder das Boot auszumachen. „Notrufe per Funk können wir anpeilen, bei einem Telefon geht das nicht“, erläutert Maschinist Peter Schuppenhauer. Stephan Prahl, 2. Vormann des Rettungskreuzers, bringen vor allem Angler auf die Palme, die ohne jegliche Sicherheitsmittel rausfahren: „Da können wir uns dann dumm und dusselig suchen.“ Schnell muss dann entschieden werden, ob noch weitere Hilfskräfte geordert werden: Notärzte, Sanitätsdienst, gegebenenfalls auch Hubschrauber, Feuerwehr oder Polizei. Mit Ehrenamtlern, die dem DGzRS-Team abrufbereit in Grömitz zur Verfügung stehen, kann die Mannschaft, je nach Einsatzlage, schnell aufgestockt werden. „Innerhalb von 20 Minuten können wir an jedem Punkt zwischen Dahme und Pelzerhaken sein“, sagt Schuppenhauer. Der Einsatzbereich der „Hans Hackmack“ reicht jedoch noch weiter: bis nach Boltenhagen. Ich dümpele mittlerweile in meiner Weste hängend im Wasser. Das Land ist noch zu sehen, schwimmend komme ich da aber nicht mehr hin. Mir wird langsam ziemlich kalt und damit auch ein bisschen mulmig. Ich rudere mit den Armen, rufe laut um Hilfe. „Wenn es geht, deutliche Signale geben, mit beiden Armen“, hatte Holger Specht mir im Vorfeld eingeschärft. „Vom Boot aus sind Personen im Wasser sonst schwer auszumachen.“ Das Tochterboot „Emmi“ wird zu Wasser gelassen, fährt auf mich zu und wird von Holger Specht gekonnt in meine Nähe manövriert. Auf dem Mutterschiff sieht das Beiboot noch wie ein Spielzeug aus, jetzt, aus der Wasserperspektive, wirkt es auf einmal bedrohlich groß. Volker Erdmann (49) reicht mir seine Hand. Ich versuche, tatkräftig mitzuhelfen, merke aber, dass die Kälte mich geschwächt hat. Nur allzu gut kann ich mir jetzt vorstellen, wie schwer es ist, eine völlig entkräftete Person aus dem Wasser zu ziehen. Und heute haben wir noch eine absolut ruhige See. Ich bin in Sicherheit. Zurück an Bord der „Hackmack“ erwartet mich heißer Tee und eine Decke. An dem Tisch, an dem ich jetzt sitze könnten im Notfall sofortige Hilfsmaßnahmen bis hin zur Reanimation eingeleitet werden. Jedes Mannschaftsmitglied bringt eine medizinische Vorbildung mit, Schulungen für Erste-Hilfe-Maßnahmen werden regelmäßig aufgefrischt. So langsam kehrt die Wärme in meine Glieder zurück. Mit einer gehörigen Portion Respekt vor der Arbeit der Besatzung verlasse ich die „Hans Hackmack“ — und auch mit der Absicht, in die kleinen Sammelschiffchen der DGzRS bei nächster Gelegenheit mal wieder einen Obolus zu entrichten.


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